Krankenkassen erzielen Überschuss
(07.12.11) Die gesetzlichen Krankenkassen haben in den ersten neun Monaten 2011 einen Überschuss von rund 3,9 Milliarden Euro erzielt. Wie das Bundesgesundheitsministerium am Dienstag (6. Dezember) mitteilte, belaufen sich die Einnahmen auf 137,7 Milliarden Euro. Denen standen Ausgaben von 133,7 Milliarden Euro gegenüber. In den ersten drei Quartalen 2010 betrug der Überschuss der Kassen lediglich 277 Millionen Euro. Das Ministerium geht für das Gesamtjahr von einem niedigeren Ergebnis aus, da die Ausgaben im vierten Quartal in der Regel um eine bis 1,5 Milliarden Euro höher liegen als in den Vorquartalen. Nach Kassenarten verzeichnen die Ersatzkassen mit 1,681 Milliarden Euro und die AOK-Gemeinschaft mit 1,376 Milliarden Euro die höchsten Überschüsse.
Das Ministerium führt die positive Entwicklung zum einen auf die gute Einnahmenentwicklung zurück, zum anderen auf geringere Ausgabenzuwächse vor allem durch Einsparungen bei Medikamenten durch das Arzneimittel-Sparpaket. So seien die Medikamentenausgaben je Versicherten um 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gesunken. In anderen Bereichen konstatiert das Gesundheitsministeirum eine unterschiedliche Ausgabenentwicklung: So liegt der Anstieg der Krankenhauskosten mit 4,2 Prozent je Versicherten über dem Schnitt. Dies führt das Ministerium auf gestiegene Leistungsmengen zurück, da es bei den Landesbasisfallwerten eine moderate Preisentwicklung gegeben habe. Bei den Ausgaben für ambulante ärztliche Leistungen seien noch keine sicheren Aussagen für die Entwicklung 2011 möglich, da noch nicht alle Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigungen vorlägen.
Der Gesundheitsfonds hat den Angaben zufolge in den ersten drei Quartalen 134,2 Milliarden Euro an Zuweisungen den Kassen überwiesen. Denen stehen Einnahmen aus Beiträgen und Bundeszuschüssen von insgesamt 135,6 Millliarden Euro gegenüber. Damit weist der Gesundheitsfonds in den ersten neun Monaten einen Überschuss von 1,37 Milliarden Euro aus. Der GKV-Schätzerkreis rechnet zum Jahresende mit einem Überschuss von 4,4 MIlliarden Euro sowie mit einer Liquiditätsreserve von 8,6 Milliarden Euro. Davon sind laut Ministerium drei Milliarden Euro als Mindestreserve gebunden sowie zwei Milliarden Euro zur Finanzierung des Sozialausgleichs und der Zusatzbeiträge für Empfänger von Arbeitslosengeld 2 (ALG 2).
Ausgaben der GKV in den ersten drei Quartalen 2011 in ausgewählten Bereichen
Veränderungsrate je Versicherten gegenüber den ersten drei Quartalen 2010 in der GKV und der AOK:
Ärztliche Behandlung: 25,39 Milliarden Euro
GKV: + 2,3 %
AOK: + 2,0 %
Zahnärztliche Behandlung: 6,55 Milliarden Euro
GKV: + 2,0 %
AOK: + 3,5 %
Zahnersatz: 2,41 Milliarden Euro
GKV: + 1,0 %
AOK: + 0,5 %
Arzneimittel: 23,03 Milliarden Euro
GKV: - 5,7 %
AOK: - 6,4 %
Hilfsmittel: 4,85 Milliarden Euro
GKV: + 4,5 %
AOK: + 2,3 %
Heilmittel: 3,70 Milliarden Euro
GKV: + 7,2 %
AOK: + 9,1 %
Krankenhaus: 45,90 Milliarden Euro
GKV: + 4,2 %
AOK: + 2,6 %
Krankengeld: 6,38 Milliarden Euro
GKV: + 9,4 %
AOK: + 11,7 %
Fahrkosten: 2,86 Milliarden Euro
GKV: + 5,5 %
AOK: + 3,7 %
Vorsorge- und Reha-Maßnahmen: 1,84 Milliarden Euro
GKV: - 0,3 %
AOK: + 0,4 %
Soziale Dienste/Prävention: 1,30 Milliarden Euro
GKV: + 2,9 %
AOK: + 12,9 %
Schwangerschaft /Mutterschaft ohne stationäre Entbindung: 0,76 Milliarden Euro
GKV: + 0,9 %
AOK: + 2,9 %
Häusliche Krankenpflege: 2,62 Milliarden Euro
GKV: + 11,2 %
AOK: + 9,1 %
Netto-Verwaltungskosten: 6,70 Milliarden Euro
GKV: + 1,5 %
AOK: + 0,6 %
(Quelle: BMG, KV-45-Zahlen, 06.12.11)






