Krankenkassen mit Plus von 1,1 Milliarden Euro im Jahr 2009
(10.03.10) Mit einem ingesamt positiven Ergebnis hat die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) das Jahr 2009 abgeschlossen. Die Krankenkassen verzeichneten Einnahmen von rund 171,9 Milliarden Euro und Ausgaben von 170,8 Milliarden Euro, wie das Bundesgesundheitsministerium am Mittwoch (10. März) mitteilte. Der Überschuss von 1,1 Milliarden Euro übertraf damit das Finanzergebnis 2008 von 730 Millionen Euro.
Zugleich verweist das Ministerium darauf, dass der Gesundheitsfonds zum Jahresende ein Defizit von 2,48 Milliarden Euro aufweise. Dieses resultiere aus den Einnahmausfällen aufgrund der Wirtschaftskrise. Gleichzeitig haben die Kassen ihre Zuweisungen wie geplant erhalten. In den Einnnahmen enthalten sind auch die Steuerzuschüsse des Bundes in Höhe von 7,2 Milliarden Euro. Ein zusätzliches Darlehen des Bundes, das der Fonds im November aufgenommen habe, sei bereits im Dezember vollständig zurückgezahlt worden. Eine endgültige Bilanz für 2009 sei jedoch erst in der zweiten Jahreshälfte 2010 möglich.
Für die Finanzentwicklung 2010 verweist das Gesundheitsministerium auf einen zusätzlichen Bundeszuschuss von 3,9 MIlliarden Euro, der im Sozialversicherungs-Stabilisierungsgesetz enthalten ist und die krisenbedingten Einnahmeausfälle in der GKV auffangen soll. Außerdem steige der Bundeszuschuss auf 11,8 Milliarden Euro. Damit lässt sich nach Einschätzung des Ministeriums das derzeit für 2010 erwartetet Defizit von 7,9 MIlliarden Euro "in etwa halbieren".
Zu den Ausgabenbereichen mit hohen Zuwachsraten gehören 2009 die ambulante ärztliche Behandlung, die um 7,4 Prozent je Versicherten anstiegen, und die Früherkennungsuntersuchungen mit einem Plus von 21,3 Prozent je Versicherten. Beide Bereiche haben dem Ministerium zufolge "die Honorarsituation für die Ärzte im Jahr 2009 mit der Honorarreform erheblich verbessert". Für "Ausgaben, die der vertragsärztlichen Versorgung zugute kommen", weist das Ministerium 30,6 Milliarden Euro. Allerdings liegen nach Angaben des GKV-Spitzenverbandes bisher von den niedergelassenen Ärzten lediglich die Abrechnungen für das erste Halbjahr 2009 vor.
Die Ausgaben für Arzneimittel stiegen um 5,3 Prozent je Versicherten auf insgesamt 32,4 Milliarden Euro. Sie sind damit wieder der zweitgrößte Kostenblock der GKV nach den Ausgaben für die stationäre Behandlung. Diese summierten sich 2009 auf 56,4 Milliarden Euro, ein Plus von 6,6 Prozent je Versicherten. Die Steigerung führt das Ministerium vor allem auf die zusätzlichen Gelder aufgrund der Reform der Krankenhausfinanzierung zurück.
Die AOK-Gemeinschaft verzeichnete 2009 einen Überschuss von 771 Millionen Euro. Für den Vorstandsvorsitzenden des AOK-Bundesverbandes, Dr. Herbert Reichelt, zeigt dieses Ergebnis: "Die Arzneimittel-Rabattverträge der AOK und die Disease-Management-Programme für chronisch Kranke zahlen sich für Versicherte und Beitragszahler aus, denn Kosten- und Leistungsmanagement werden bei uns groß geschrieben."
Weitere Infos zum Finanzergebnis der AOK-Gemeinschaft
Ausgaben der GKV 2009:
(Veränderungsrate je Versicherten gegenüber 2008 in Prozent)
- Ärztliche Behandlung: 30,6 Milliarden Euro
GKV: + 7,4 %
AOK: + 13,4 %
- Zahnärztliche Behandlung: 8,5 Milliarden Euro
GKV: + 1,9 %
AOK: + 2,4 %
- Zahnersatz: 3,1 Milliarden Euro
GKV: + 3,8 %
AOK: + 3,5 %
- Arzneimittel: 32,4 Milliarden Euro
GKV: + 5,3 %
AOK: + 4,0 %
- Hilfsmittel: 5,5 Milliarden Euro
GKV: + 8,5 %
AOK: + 8,0 %
- Heilmittel: 4,6 Milliarden Euro
GKV: + 4,7 %
AOK: + 5,4 %
- Krankenhaus: 56,4 Milliarden Euro
GKV: + 6,6 %
AOK: + 6,8 %
- Krankengeld: 7,2 Milliarden Euro
GKV: + 10,5 %
AOK: + 7,6 %
- Fahrkosten: 3,6 Milliarden Euro
GKV: + 7,4 %
AOK: + 8,6 %
- Vorsorge- und Reha-Maßnahmen: 2,5 Milliarden Euro
GKV: - 1,2 %
AOK: + 0,2 %
- Schwangerschaft /Mutterschaft ohne stationäre Entbindung: 1,0 Milliarden Euro
GKV: + 1,7 %
AOK: + 1,1 %
- Häusliche Krankenpflege: 2,9 Milliarden Euro
GKV: + 11,3 %
AOK: + 11,0 %
Netto-Verwaltungskosten: 8,9 Milliarden Euro
GKV: + 8,1 %
AOK: + 12,6 %
(Quelle: BMG, KV-45-Zahlen, 10.03.10)






