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Arzneimittelvertrag

 

Krankenkassen im Plus - Ministerium erwartet steigende Ausgaben

(04.12.09) Mit einem Überschuss von 1,4 Milliarden Euro haben die gesetzlichen Krankenkassen die ersten drei Quartale 2009 abgeschlossen. Die Einnahmen beliefen sich auf 127,8 Milliarden Euro, die Ausgaben auf 126,4 Milliarden Euro, wie das Bundesgesundheitsministerium am Freitag (4. Dezember) mitgeteilt hat. In den Einnahmen enthalten sind monatliche Steuerzuschüsse von 1,55 Milliarden Euro.

Das Ministerium geht davon aus, dass sich der Überschuss im vierten Quartal aufgrund steigender Ausgaben auf unter einer Milliarde Euro für das Gesamtjahr 2009 verringern wird. Hierzu zählten die Kosten für die Influenza-Impfung in Höhe von rund 600 Millionen Euro. Der Schätzerkreis beim Bundesversicherungsamt werde am 9. Dezember über die voraussichtiche Finanzentwicklung 2009 und 2010 beraten.

Den Angaben zufolge sind die Ausgaben um 6,6 Prozent je Versicherten und absolut um 7,4 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen. Hohe Ausgabenzuwächse verzeichneten die ambulante ärztliche Versorgung mit einem Plus von 8,7 Prozent je Versicheren und die ärztlichen Früherkennungsuntersuchungen mit einer Steigerung von 21,5 Prozent. Da diese das ärztliche Honorar ebenfalls steigerten, betrage der Anteil der vertragsärztlichen Versorgung an den Gesamtausgaben einschließlich der Praxisgebühr 19 Prozent, so das Ministerium. Die Zuzahlungen der Versicherten summierten sich in den ersten neun Monaten auf 3,7 Milliarden Euro.

Für die stationäre Behandlung gaben die Kassen pro Versicherten 6,4 Prozent mehr aus. Bei den Arzneimittelausgaben beträgt das Plus 5,2 Prozent. Die Ausgaben für Schutzimpfungen sind zwar in den ersten neun Monaten um 3,4 Prozent gesunken. Doch sind in dieser Bilanz die Ausgaben für Impfungen gegen die Neue Grippe, die sogenannte Schweinegrippe, nicht enthalten. Den Anstieg der Netto-Verwaltungskosten um 7,4 Prozent je Versicherten erklärt das Ministerium vor allem damit, dass die Programmkosten für Disease-Management-Programme (DMP) seit Start des Gesundheitsfonds 2009 aus dem Erstattungsvolumen für Verwaltungskosten herausgenommen worden seien und nun den Kassen gesondert zugewiesen würden. Diese Umstellung führe automatisch zu höheren Netto-Verwaltungskosten.

 

AOK mit höherem Überschuss

Die AOK-Gemeinschaft hat in den ersten neun Monaten 2009 einen Überschuss von rund 900 Millionen Euro erzielt. "Die AOK schreibt 2009 schwarze Zahlen und kann daher ohne Zusatzbeiträge in das neue Jahr gehen", sagte dazu der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Dr. Herbert Reichelt, bereits am Dienstag (24. November).

 

Ausgaben der GKV von Januar bis Ende September 2009

(Veränderungsrate je Versicherten gegenüber den ersten drei Quartalen 2008 in Prozent)

  • Ärztliche Behandlung: 24,3 Milliarden Euro
    GKV: + 8,7 %
    AOK: + 13,8 %
  • Zahnärztliche Behandlung: 6,3 Milliarden Euro
    GKV: + 3,0 %
    AOK: + 2,9 %
  • Zahnersatz: 2,3 Milliarden Euro
    GKV: + 4,0 %
    AOK: + 4,0 %
  • Arzneimittel: 23,9 Milliarden Euro
    GKV: + 5,2 %
    AOK: + 3,8 %
  • Hilfsmittel: 4,0 Milliarden Euro
    GKV: + 6,3 %
    AOK: + 7,3 %
  • Heilmittel: 3,3 Milliarden Euro
    GKV: + 5,1 %
    AOK: + 5,8 %
  • Krankenhaus: 42,4 Milliarden Euro
    GKV: + 6,4 %
    AOK: + 6,6 %
  • Krankengeld: 5,3 Milliarden Euro
    GKV: + 9,7 %
    AOK: + 6,9 %
  • Fahrkosten: 2,7 Milliarden Euro
    GKV: + 8,3 %
    AOK: + 9,4 %
  • Vorsorge- und Reha-Maßnahmen: 1,9 Milliarden Euro
    GKV: - 0,8 %
    AOK: - 0,4 %
  • Soziale Dienste/Prävention: 1,7 Milliarden Euro
    GKV: - 2,6 %
    AOK: - 5,4 %
  • Schwangerschaft /Mutterschaft ohne stationäre Entbindung: 0,7 Milliarden Euro
    GKV: + 3,0 %
    AOK: + 3,3 %
  • Häusliche Krankenpflege: 2,1 Milliarden Euro
    GKV: + 11,7 %
    AOK: + 11,4 %

Netto-Verwaltungskosten: 6,4 Milliarden Euro
GKV: + 7,4 %
AOK: + 8,8 %

(Quelle: BMG, KV-45-Zahlen, 04.12.09)