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Baderatten sollten sich vorab nach Gefahren erkundigen

Schwimmen im Meer

06.04.09 (psg). Ob Wattwandern in Cuxhaven, Sonnenbaden auf Sylt oder Planschen in Kühlungsborn - die Küste erfreut sich bei deutschen Urlaubern großer Beliebtheit. Über ein Drittel aller Inlandsurlauber verbrachten im vergangenen Jahr ihren Urlaub an Nord- und Ostsee. Die weltweite Finanzkrise trägt ihren Teil dazu bei, dass auch im Jahr 2009 viele Deutsche in ihren Ferien lieber im heimischen Meer schwimmen werden als in der Südsee.

Schwimmen macht nicht nur Spaß, sondern ist auch gesund. Wer in seinem Strandurlaub hin und wieder in die Fluten steigt, tut dem Körper etwas Gutes. Schwimmen beansprucht alle Muskeln, schont Gelenke und Wirbelsäule, und der gesamte Kreislauf kommt in Schwung. Um den Badespaß ungetrübt genießen zu können, sind jedoch einige Vorsichtsmaßnahmen zu beachten.

"Bevor man im Meer schwimmen geht, sollte man sein Gesicht sowie Arme und Beine mit Wasser anfeuchten", rät Peter Sieman, Referatsleiter Einsatz, Medizin und Rettungssport im DLRG-Bundeszentrum. "So bereitet man den Körper darauf vor, dass er mit Wasser in Berührung kommt." Vor allem bei kaltem Wasser ist diese Prozedur wichtig, weil ein plötzlicher Sprung ins kalte Wasser insbesondere bei Menschen mit einem schwachen Kreislauf im schlimmsten Fall sogar zu einer Ohnmacht führen kann.

Darüber hinaus ist ein reichhaltiges Mahl vor dem Schwimmen nicht zu empfehlen. Weil das Blut in den Muskeln gebraucht wird, steht es nicht für die Verdauung zur Verfügung. Das kann im Wasser zu Übelkeit und Erbrechen führen. Doch auch ein völlig leerer Magen ist nicht gut. "Am besten, man isst vor dem Baden ein wenig Obst. Das versorgt den Körper mit Kohlenhydraten, strengt den Magen aber nicht an", erklärt Sieman.

 

Über Strömungen informieren

Wenn man das Meer vom Strand aus betrachtet, liegt es oft ruhig und freundlich da. Man sollte sich jedoch nicht täuschen lassen: Unter der Oberfläche befinden sich häufig Strömungen, die insbesondere für ungeübte Schwimmer eine Gefahr darstellen können. Besondere Aufmerksamkeit erfordert dabei die Nordsee mit ihren Gezeitenwechseln und wechselnden Tiefen im Wattenmeer, den sogenannten Prielen.

Es ist daher sinnvoll, sich vor dem Schwimmen bei den Rettungsschwimmern oder auch bei Strandkorbvermietern zu erkundigen, ob es Strömungen, Untiefen oder gefährliche Felsen unter der Wasseroberfläche gibt. "Wenn man einmal in eine Strömung hineingeraten ist, sollte man nicht blindlings in Richtung Strand schwimmen", sagt DLRG-Experte Sieman. "Besser ist es, die Strömung seitlich zu verlassen oder sich zunächst aus der Strömung heraustreiben zu lassen und dann durch ruhigeres Wasser zum Strand zurückzuschwimmen."

 

Vorsicht vor Feuerquallen

Wer im Meer schwimmt, ist dort nie alleine. Er teilt es sich mit einer großen Anzahl anderer Lebewesen, die meistens absolut harmlos sind - vom Wattwurm über Plattfische bis hin zu Makrelen. Es gibt jedoch auch einige Meeresbewohner, vor denen man sich in Acht nehmen sollte. Dazu gehören bestimmte Quallenarten wie zum Beispiel die Feuerqualle, die sowohl in der Nord- als auch in der Ostsee vorkommt. Ihre langen, roten Tentakel enthalten Nesselkapseln, deren Gift vor allem für Allergiker gefährlich werden kann.

"Wer auf Quallen allergisch reagiert, sollte am Strand stets ein antiallergenes Mittel dabei haben", rät Sieman. "Das gilt auch für alle Menschen, die noch nicht mit einer Qualle in Berührung gekommen sind, aber grundsätzlich zu Allergien neigen." Hat man eine Qualle berührt, sollte die entsprechende Stelle gekühlt werden. Zusätzlich kann man trockenen Sand auf die betroffene Hautpartie streuen, um das Nesselgift zu trocknen. Auch hilfreich, aber häufig nicht in Reichweite, sind Essig und Rasierschaum. Auf keinen Fall darf man die Wunde mit Süßwasser abwaschen, da es die Kapseln zum Platzen bringt.

 

Wunden sofort desinfizieren

In der Ostsee kommt auch das Petermännchen vor, ein im Durchschnitt 20 Zentimeter großer Fisch, der sich in Strandnähe gerne in den Schlick eingräbt. Ihn darf man nicht berühren, da seine giftigen Flossenstacheln schmerzhafte Wunden hervorrufen können. "Wunden sollten sofort desinfiziert werden. Für Allergiker gilt auch hier, ein antiallergenes Mittel griffbereit zu haben", rät Sieman. "Bei Taubheitsgefühlen oder Schluckbeschwerden empfiehlt es sich, einen Arzt aufsuchen." Viele Verletzungen könnten vermieden werden, wenn man mit speziellen verschließbaren Badelatschen schwimmen gehe, so der DLRG-Experte.

Im Mittelmeer gibt es zudem Seeigel und sogenannte Drachenköpfe. Seeigel sind häufig in der Nähe von Steinen zu finden. Ihre Stacheln sind nicht giftig, sie brechen aber leicht ab und bleiben in der Haut stecken. Auch hier schützen Plastikschuhe vor Verletzungen. Drachenköpfe sind, ähnlich dem Petermännchen, Fische mit giftigen Stacheln. Kommt man mit ihnen in Berührung, sollte man die Wunde desinfizieren und darauf achten, dass kein Schmutz eindringt. Wenn sich die Wunde entzündet, ist ein Arztbesuch sinnvoll.

 

Zwischendurch wieder aufwärmen

Wasser entzieht dem menschlichen Körper permanent Wärme, auch wenn die Wassertemperatur bei 24 Grad Celsius oder darüber liegt. Um nicht zu unterkühlen, sollte man daher zwischendurch immer wieder an den Strand gehen, um sich aufzuwärmen. Wenn es dem Körper zu kalt wird, drückt er es über verschiedene Warnsignale aus: "Das erste von ihnen ist das berühmte Zähneklappern", sagt Sieman. "Dann ist es Zeit, das Wasser zu verlassen."

Wer mit Kindern reist, sollte beachten, dass sie schneller auskühlen als Erwachsene. "Wenn ein Erwachsener im Wasser zu frieren beginnt, ist ein Kind schon längst unterkühlt", so Sieman. Um im Sommer fit für den Badeurlaub zu sein, kann man bereits in den Monaten davor etwas tun, rät der Experte. Saunabesuche, wechselwarme Duschen und viel Bewegung stabilisieren den Kreislauf und härten den Körper ab. So vorbereitet steht dem sommerlichen Badevergnügen nichts mehr im Wege.

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