Wie Sie entspannt Ihr Reiseziel erreichen
So beugen Sie Thrombose, Reiseübelkeit und Jetlag vor
06.04.09 (psg). Wirtschaftskrise hin oder her - die Reiselust der Bundesbürger ist ungetrübt. Dem ADAC-Reisemonitor zufolge planen 64,5 Prozent der 4.000 befragten Mitglieder in diesem Jahr zumindest eine Urlaubsreise. Auf der Hitliste der Reiseziele ganz oben steht Deutschland, gefolgt von Spanien und Italien. Doch auch Fernreisen, etwa in die USA oder nach Afrika, liegen im Trend. Um das Urlaubsziel zu erreichen, müssen Reisende häufig lange Fahrtstrecken bewältigen. Das ist nicht nur anstrengend, sondern birgt auch Risiken wie Reiseübelkeit und Thrombose. "Bewegen Sie sich möglichst viel, trinken Sie reichlich, essen Sie fettarme Kost und achten Sie auf bequeme Kleidung", empfiehlt Dr. Christiane Roick, Ärztin im AOK-Bundesverband. "Mit der nötigen Portion Gelassenheit können Sie so auch lange Fahrten gut überstehen."
Meist beginnt eine Reise mit stundenlangem Sitzen im Auto, Bus, Flugzeug oder in der Bahn. Dadurch kann sich das Blut in den unteren Venen stauen. Es besteht die Gefahr, dass eine Thrombose entsteht, also ein Blutgerinnsel, das sich meist in den tiefen Beinvenen festsetzt. "Die ersten Beschwerden sind häufig eine Schwellung des Beines, Schmerzen oder ein Spannungsgefühl der Wade sowie eine bläulich glänzende Haut", sagt Ärztin Dr. Christiane Roick.
Besonders gefährdet sind Menschen, die schon einmal eine Thrombose hatten oder die unter ausgeprägten Krampfadern und Venenbeschwerden leiden. Ein erhöhtes Risiko haben auch stark Übergewichtige, Senioren, Raucher, Schwangere und Frauen, die die Pille einnehmen. Gefährdet sind darüber hinaus Menschen mit Herzschwäche, bösartigen Tumoren, erhöhter Gerinnungsneigung, kürzlich erfolgten Operationen sowie mit Verletzungen oder bewegungseinschränkenden Verbänden der Beine.
Öfter mal aufstehen
Wer gesund ist, muss sich aber auch bei langen Reisen in der Regel keine Sorgen machen. Durch einige Verhaltensregeln kann man das Risiko einer Thrombose noch weiter senken. "Stehen Sie häufig auf und gehen Sie wenn möglich auf und ab", empfiehlt Roick. Reisende, die mit dem Auto unterwegs sind, sollten in regelmäßigen Abständen auf einem Rastplatz anhalten und dort ein paar Schritte laufen. Zudem kann man mit einfachen Übungen die Blutzirkulation in den Beinen anregen. Sinnvoll ist es zum Beispiel, die Fuß- und Zehengelenke immer wieder mal zu beugen und zu strecken sowie mit den Füßen zu wippen oder sie kreisen zu lassen. Auch Atemübungen mit betonter Zwerchfellatmung fördern den venösen Rückstrom. Die Beine sollten sie nicht übereinander schlagen. Menschen mit besonderem Thromboserisiko sollten während der Reise zudem Kompressionsstrümpfe tragen und mit ihrem Arzt absprechen, ob zusätzliche vorbeugende Maßnahmen erforderlich sind.
Viel trinken
Um lange Fahrten entspannt zu überstehen, empfiehlt es sich außerdem, locker sitzende Kleidung und leichtes Schuhwerk zu tragen. "Trinken Sie viel, zum Beispiel Mineralwasser mit wenig Kohlensäure", sagt Roick. Das gilt insbesondere für Flugreisende, da die Luft im Flugzeug extrem trocken ist. Autofahrer sollten Müdigkeit nicht mit Kaffee "bekämpfen", sondern lieber eine Pause einlegen. Auch wenn sie nicht selbst hinterm Steuer sitzen, sollten Reisende auf Alkohol verzichten, da er den Körper entwässert. Statt den Organismus mit fettreichem Essen und großen Portionen zu belasten, ist es besser, kleine Mahlzeiten mit viel Obst und Gemüse zu essen.
Manche Menschen vertragen lange Fahrten generell schlecht: Sie leiden unter der sogenannten Reisekrankheit. Bei den Betroffenen können schaukelnde und schüttelnde Bewegungen bei Fahrten im Auto, Bus, Flugzeug, in der Bahn oder mit dem Schiff das Nervensystem und den Magen so durcheinander bringen, dass Schwindel, Übelkeit und Brechreiz die Folge sind. Die Ursache dafür ist, dass sich der Körper für die Gleichgewichtsorgane im Innenohr in Ruhe befindet, während die Augen gleichzeitig Bewegungen registrieren.
Geeigneter Platz während der Reise
Wer anfällig ist, sollte vor der Reise ausreichend schlafen und die Fahrt weder mit vollem noch mit leerem Magen antreten. Auf Alkohol, Kaffee und Zigaretten sollten Betroffene verzichten. Abmildern lassen sich die Symptome auch durch einen geeigneten Platz während der Reise. Ähnlich wie auf Schiffen sind auch im Flugzeug in der Mitte - auf Höhe der Flügel - die Bewegungsschwankungen am wenigsten zu spüren. Im Auto ist der vordere Beifahrersitz für empfindliche Menschen die beste Position. Bei Bahn- und Busreisen sollten Betroffene in Fahrtrichtung sitzen. Frische Luft kann zusätzlich helfen. Wer anfällig ist, kann zur Sicherheit zudem ein Mittel gegen Reisekrankheit mitnehmen.
Während einer Flugreise, etwa in die USA, die Karibik oder nach Asien, überqueren Urlauber nicht selten mehrere Zeitzonen. Das bringt die innere Uhr des Körpers durcheinander und damit den gewohnten Rhythmus von Schlafen und Wachen. Um den "Jetlag" gut zu verkraften, ist es ratsam, sich an den Tagen vor der Abreise ausreichend zu bewegen und nach Möglichkeit zu entspannen. Um sich nach der Ankunft besser an die Ortszeit anpassen zu können, sollte man versuchen, der reisebedingten Müdigkeit nicht sofort nachzugeben - auch wenn es schwer fällt. Wichtig ist, in der ersten Nacht am Zielort ausreichend zu schlafen. Zudem kann es hilfreich sein, tagsüber an der frischen Luft Sport zu treiben.
Am Urlaubsort langsam angehen lassen
"Lassen Sie es am Urlaubsort möglichst langsam angehen und gönnen Sie dem Körper einen oder mehrere Tage zur Umstellung", empfiehlt Medizinerin Roick. Die Anpassung an die Zeit des Reiseortes kann bis zu einer Woche dauern. Wer regelmäßig Medikamente zu bestimmten Uhrzeiten einnimmt, etwa Insulin oder die Antibabypille, sollte seinen Arzt fragen, wie er die Einnahme der Arzneien zeitlich anpassen kann.
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