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Rosenthaler Gespräche

"Qualität sucht Hausarzt - Wege guter hausärztlicher Versorgung" - unter diesem Thema standen die "Rosenthaler Gespräche" am 25. Mai 2011 im AOK-Bundesverband in Berlin. Zur Veranstaltung

 

Das Gesundheitssystem in Bulgarien

Flagge Bulgarien

Das bulgarische Krankenversicherungssystem ist obligatorisch. Es bietet allen Bürgern und Einwohnern des Landes ungeachtet einer möglichen Erwerbstätigkeit einen Versicherungsschutz.

Organisation
Mit dem Gesetz zur Einführung einer nationalen Krankenversicherung (Health Insurance Act) hat die bulgarische Regierung den nationalen Gesundheitsversicherungsfonds (National Health Insurance Fund, NHIF) eingeführt, der aus 28 regionalen Fonds (Regional Health Insurance Funds) besteht. Er schließt mit den Leistungserbringern Verträge ab und legt einmal jährlich in Absprache mit dem Gesundheitsministerium den Leistungskatalog (National Framework Contract) fest. Der Versicherungsschutz der nationalen Krankenversicherung deckt die Akut- und die Notversorgung sowie Teile der Arzneimittelversorgung ab. (Weshalb die englischsprachigen Begriffe?)
Im ambulanten Sektor zählen Einzelpraxen, Gesundheitszentren und Polikliniken zu den Leistungsanbietern. Haus- beziehungsweise Familienärzte arbeiten meist freiberuflich, Fachärzte als Angestellte in Gesundheitszentren und Krankenhäusern. Hausärzte dürfen nur eine bestimmte Anzahl an Patienten behandeln. Wird diese Zahl überschritten, müssen sie einen weiteren Arzt anstellen. Fachärzte können dagegen so viele Patienten behandeln, wie sie wollen. Für Spezialistenbesuche ist eine Überweisung des Familienarztes nötig. Allerdings sind Hausärzte auch hier in ihrem Handeln eingeschränkt. Sie dürfen nur eine begrenzte Anzahl an Patienten pro Monat zum Facharzt überweisen. Ist die Grenze überschritten, muss der Patient sich entweder mit seinem Facharztbesuch bis zum Folgemonat gedulden, oder er bezahlt die Behandlung aus der eigenen Tasche.
Die stationäre Versorgung stellen die überwiegend staatlichen Allgemeinkrankenhäuser und spezialisierte Kliniken sicher. Ihre Anzahl ist – gemessen an der Einwohnerzahl – sehr hoch.
Sowohl im Krankenhaus als auch beim Arztbesuch und Arzneimitteln fallen Zuzahlungen an. Die Selbstbeteiligung zählt zu den höchsten innerhalb der EU. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation müssen die Bulgaren knapp 50 Prozent aller Leistungen selbst bezahlen. Die Patientenversorgung in Notfalleinrichtungen, die Krankenhäusern angegliedert sind, ist für alle kostenlos.
Private Vollversicherer gibt es nicht. Etwa 16 Unternehmen bieten lediglich Zusatzversicherungen für Angestellte in größeren Firmen an.

Finanzierung
Das Gesundheitssystem wird zum einen über Beiträge an den nationalen Gesundheitsversicherungsfonds, zum anderen über Steuern finanziert. Der Beitrag zur Krankenversicherung liegt bei acht Prozent des monatlichen Bruttoeinkommens. Arbeitnehmer und Arbeitgeber zahlen je 50 Prozent des Beitrages. Beitragsbefreit sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, Schwangere, Veteranen, Behinderte und Militärangehörige.
 

Demografische und gesundheitsökonomische Kennzahlen

  • Einwohnerzahl (2009): 7,59 Millionen
  • Bruttoinlandsprodukt pro Kopf (2008): 10.800 Euro
  • Arbeitslosenquote (2008): 5,6 Prozen
  • Erwerbsquote (2009): 54,5 Prozent
  • Anteil der Gesundheitsausgaben am Bruttoinlandsprodukt (2009): 7,4 Prozent
  • Zahl der Ärzte (2008): 3,6 je 1.000 Einwohner
  • Zahl der Krankenhausbetten (2009): 6,6 je 1.000 Einwohner
  • Beschäftigte im Gesundheitswesen (2008 ): etwa 150.000 Personen
     

Weitere Informationen